Seite druckenVon boats against the current und sich regenden Rudern – Hans-Christian Oeser liest in der Schulbibliothek (11. Dezember 2013)

Hans-Christian Oeser ist Übersetzer, er übersetzt englischsprachige Romane ins Deutsche. Dass das keine erbsenzählerische Wörterbucharbeit ist, sondern eine gestalterische Neuerschaffung des Originals, das hat Oeser in einer Lesung in der Schulbibliothek Schülerinnen und Schülern des 11. Jahrganges vermittelt.
Diese hatten in ihren Englischkursen den Roman „The Great Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald gelesen und interpretiert und trafen nun auf den Übersetzer, der die deutschsprachige Neuausgabe bei Reclam verfasst hat. Die Lesung, mitveranstaltet vom Literaturbüro Lüneburg, entwickelte sich schnell zum Workshop von „Gatsby“-Experten, in dem die Schüler und der Übersetzungs-Profi gemeinsam an Übersetzungmöglichkeiten für Auszüge aus dem Roman feilten: Ist „So we beat on, boats against the current“ angemessen übersetzt mit „So regen wir die Ruder, stemmen uns gegen den Strom“? Wo sind da die Schiffe geblieben, und sind es nicht eher Boote?
Es wurde bald klar, dass die Übersetzung weniger eine Übertragung in eine andere Sprache, sondern mehr eine Ausdeutung des Textes durch den jeweiligen Übersetzer ist, der so seinen eigenen Stil in den Originaltext einbringt. Dabei – so Oeser – ist das berufliche Übersetzen kein beschauliches Abwägen in betulichen Gesprächen mit literarisch Interessierten, es ist ein Arbeiten unter Zeitdruck: Zwei bis drei Monate stehen für die Übersetzung eines oft voluminösen Werkes zur Verfügung.
Gut sei diese dann geraten, wenn’s beim Lesen – so Oeser – „nicht stutzt, sondern flutscht.“
Nachzulesen in seiner deutschen Version des „Gatsby“, die in der Schulbibliothek auszuleihen ist.
 
Dettmer Detgen




Aktualisiert am 27.11.2016 19:21:51
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