Seite druckenKunstausstellung im Museum Lüneburg "Mein Bild vom Frieden" vom 22.4.-22.5.2016

„Mein Bild vom Frieden“ – ein jahrgangs- und fächerübergreifendes Projekt
Kunstausstellung im Museum Lüneburg vom 22.April – 22.Mai 2016
 
 
Am Freitag, d. 22. April 2016 wird um 17:00 Uhr im Museum Lüneburg eine Ausstellung eröffnet, die den Auftakt für eine Reihe von Veranstaltungen bilden wird und sich mit den Visionen junger Europäer befasst. Neben der Kunstausstellung, die von Klassen des Gymnasiums Oedeme bestückt wird, wird es eine Podiumsdiskussion und einen Leseabend im Museum Lüneburg geben. Hinweise finden sich auf dem Flyer/Plakat am Ende der Galerieleiste.
 
Im letzten halben Jahr haben eine 7.Klasse, drei 8.Klassen, zwei 9.Klassen und ein 12.Jg. des Gymnasiums Oedeme im Kunstunterricht von Frau Kohfahl und Frau Middelbeck individuelle künstlerisch-ästhetische Visionen entwickelt, wie sie das Thema „Frieden in Europa“ bildnerisch umsetzen könnten. Zeitgleich wurden die Themen „Frieden und Flüchtlingssituation in Europa“, „Grund- und Asylrecht“ sowie die „Auswirkungen von Krieg und Vertreibung“ fächerübergreifend im Geschichts- bzw. Politik-Wirtschaft-Unterricht von Frau Bode (9F) und Herrn Gessner (9E) mit den Jugendlichen erarbeitet.
Initiator dieses Projektes war Herr Bernd Werner vom Verein „Miteinander-in-Europa“ e.V., der in dieser Angelegenheit an unsere Schule herantrat.
 
In einer Konfrontation mit Einzelwerken aus dem Grafik-Zyklus „Die Hölle“ von Max Beckmann, die Herr Werner aus Leitthema des Projektes an den Anfang stellte, entstanden im Jg.8 (8A, 8B, 8E) Linolschnitte, in der die Schüler und Schülerinnen ihre persönliche Vorstellung vom „Frieden“ umsetzen konnten. Auch Picassos "Guernica" von 1937 war Gegenstand bildnerisch-analytischer Interpretation im Kunstunterricht. Die Schüler und Schülerinnen konnten ihrer Fantasie freien Lauf lassen und waren motivisch oder inhaltlich nicht gebunden. Dadurch entstanden ganz unterschiedliche Werke, von der symbolischen Einbindung der Friedenstaube oder des kulturell vereinbarten Peacezeichnens, bis hin zu dem lebensbejahenden Blick auf die Schönheit der Natur, auf Elemente der Freundschaft sowie christlich motivierte Botschaften. Der Reiz lag in der Vereinfachung der bildnerischen Mittel, die eine Konzentration auf das Wesentliche verlangte.
 
Im Jg.7 (7D) entstanden in der Auseinandersetzung mit dem plastischen Werk von Thomas Schütte, „Die Fremden“, die seinerzeit auf der documenta IX (1992) zu sehen waren, figurative Plastiken. Die Schüler und Schülerinnen schufen Einzelfiguren und arrangierten Sie am Ende in Form eines Flüchtlingsstroms. Jede Figur erzählt dabei seine eigene Geschichte, allen gemeinsam ist die Angst vor der unsicheren Zukunft, das Gefühl, fremd zu sein, aber es gibt auch Zeichen der Hoffnung und Zuversicht.
 
Im 9.Jg. (9B) wurden „Allegorische Landschaften zum Thema Frieden in Europa“ konzipiert. Die Schüler und Schülerinnen konnten ihre persönlichen Vorstellungen und Ideen in einer Landschaftsmalerei realisieren, die sich aus Versatzstücken zusammenfügte, denen eine symbolhafte Bedeutung zugewiesen wurde. Manche Vision ist eindeutig, manche muss decodiert werden. Allen gemeinsam ist ein realistischer Gestaltungsansatz.
 
In zwei weiteren 9.Klassen (9E, 9F) erfolgte der Zugriff über den Entwurf eines Aktionsplakates. Die Schüler und Schülerinnen setzen sich kritisch mit den aktuellen Berichten zur Flüchtlingskrise, die zur europäischen Frage wurde, auseinander. Dies geschah zeitgleich im PoWi- und im Kunstunterricht. War das Thema zu Beginn des Projektes medial noch randständig, wuchs es im Laufe des Halbjahres zu einem medienbeherrschenden Leitmotiv. Die Ereignisse an den europäischen Grenzen haben uns überrollt. Die Plakate der Jugendlichen zeichnen sich durch teils provozierende Motiv-Text-Verbindungen aus, teils setzen sie suggestive Zeichen. In jedem Fall ist der Betrachter zum Nachdenken aufgefordert und soll bzw. kann sich einer Antwort nicht entziehen. Ihre Plakate hat die Klasse 9F zusätzlich von Recherchen untermauert, die sie im Rahmen des PoWi-Unterrichtes zu ihrem ausgewählten Themenkomplex anfertigten. In der 9E wurden im Geschichtsunterricht Vertreibung und Völkermord am Beispiel der Herero in Deutschsüdwestafrika erarbeitet. Kriegserfahrungen und Fronteindrücke deutscher Soldaten sowie die Schrecken des Krieges am Beispiel des 1.WK wurden thematisiert, womit der Bezug zu dem Zyklus "Hölle" von Max Beckmann gegeben ist.

Im 12.Jg gN, entstanden – in Anlehnung an die Kunst von Banksy - großformatige Street-Art-Werke zum Thema „Mensch und Frieden“. Ausgehend von einer Fotografie, die sie selbst angefertigt hatten, stellten die Schüler und Schülerinnen mithilfe eines Bildbearbeitungsprogrammes "Stencils" ("Schablonen") her, die sie im Anschluss als Graffiti auf rostige Eisenplatten brachten. Unter den Personen finden sich Familienangehörige, Freunde, aber auch neu kennengelernte Bekannte, die unter anderem in jüngster Zeit ihr Land verlassen mussten und nach Lüneburg gezogen sind.
 
Hilke Kohfahl
 
 
 




Aktualisiert am 02.08.2017 17:59:19
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