Seite druckenPaul Ingendaay liest in der Schulbibliothek des Gymnasiums Oedeme (5. Juni 2012)

Von Fettläppchen, Facebook und Versicherungen
Paul Ingendaay hat schon einiges erlebt in seinem Leben: ein katholisches, niederrheinisches Jungeninternat mit klaren Regeln („Geschlafen wurde alphabetisch“), fettem Essen („panierte Fettläppchen“) und viel Sehnsucht („…ohne Mädchen“), journalistische Highlights als Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Spanien, z. B. Interviews mit Özil und Khedira in der mixed zone bei Real Madrid („Der Özil sagt nicht viel“) und schriftstellerische Erfolge u. a. mit zwei Romanen und einigen Literaturpreisen.
Da hatte er in seiner Lesung am 5. Juni 2012 in der Schulbibliothek seinen Zuhörern , den Klassen 10 A und 10 C, einiges zu erzählen. Ingendaay tat dies mit viel Freude am Vortrag und im munteren Dialog mit den Schülerinnen und Schülern. In erster Linie aber las er aus seinen Romanen vor, die Phasen im turbulenten Leben des Marko Theunissen behandeln: als Jugendlicher im katholischen Internat im Kampf gegen „Schwester Gemeinnutz“ (Roman „Warum du mich verlassen hast“) und als niederrheinischer Versicherungsvertreter, der antritt gegen böse Versicherer und naive Versicherte (Roman „Die romantischen Jahre“). Und gleich konnten die Schüler lernen, wie Bücher entstehen: Die Bezüge zwischen der Romanfigur und seiner Person seien zwar da, stellte Ingendaay fest, sein Leben aber liefere nur Ideen für den Stoff, Romane seien meist nicht biographisch. Auch dass Stilmittel (z. B. eine Personifikation) von Autoren eher instinktiv als bewusst verwendet werden, erklärte Ingendaay den interessierten Schülern. Die wiederum konnten dem Autor („Das Internet macht dumm“) verdeutlichen, wieso Facebook so toll ist. Ingendaay will da jetzt auch mitmachen.
Eine große Rolle in den Romanen und im Leben Ingendaays spielt die Bedeutung des Buches für den einzelnen. Im Leben eines Schriftstellers – so Ingendaay – gebe es Bücher, die geschrieben werden müssen. Und ihren Lesern können Bücher Welten erschaffen, die eine Flucht aus der eigenen engen Wirklichkeit ermöglichen. So war sein Appell am Schluss der fröhlichen Lesung eine klare Sache: „Vergesst die Bücher nicht!“
Das soll so sein und deshalb sind beide Romane (von Paul Ingendaay für das Gymnasium Oedeme signiert) in der Schulbibliothek ausleihbar.
 
Dettmer Detgen





Aktualisiert am 10.08.2017 13:53:24
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